Seit einiger Zeit sorgt das Produzentenduo Sasch BBC & Caspar alias Sascha Ries und Sascha Kasper auch über die Grenzen des Rhein-Neckar-Gebietes hinaus für Aufsehen. Der musikalische Output der beiden erntet höchstes Lob für Qualität und Stil und taucht in den Playlists erfolgreicher Größen der elektronischen Musik auf.
Parallel zur Musikproduktion sind beide schon viele Jahre als DJs unterwegs und werden für ihre Künste an den Decks hoch geschätzt. Wir haben die Gelegenheit genutzt und die Local Heroes bei der wöchentlichen Producingsession im Studio getroffen.
Sasch und Sascha, vielen Dank, dass ihr euch Zeit nehmen konntet.
Wie kam eure Zusammenarbeit zustande?
Sasch: Wir haben uns beim gemeinsamen Auflegen kennen gelernt und gleich gemerkt, dass wir auf einem gemeinsamen musikalischen Nenner sind. Kurz darauf haben wir uns im damaligen 38db tonsportgruppe Studio in Speyer an unseren ersten gemeinsamen Projekten versucht. Mittlerweile sind wir richtig gute Freunde geworden und das wöchentliche Musikproduzieren in Saschas Keller-Studio ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens.
Mit welcher Soft- und Hardware produziert ihr üblicherweise?
Sascha: Unser Equipment hat sich in den letzten Jahren immer wieder verändert; im Moment besteht es aus einem Waldorf Blofeld Synthi, der Korg Mx1 Groovebox und einem Micro X Synthi von Korg. Im Vierkern-Rechner stecken zwei Uad1 Express Karten mit div. Plug-ins. Den Sound bringt eine RME Fireface 400 zu den M-Audio Monitoren, zudem zählen noch zahlreiche Software Plug-ins dazu: Unter anderem der Emu ProteusX und die komplette Absynth Reihe von Native Instruments, um nur einige zu nennen. Dies alles verwalten wir mit Cubase 5 von Steinberg.
Wie geht ihr beim Produzieren vor?
Sasch: Meist steht zuerst irgendeine Idee im Raum. Ein Sample oder eine Melodie. Ich krame öfters in meinen alten Platten und bringe die kuriosesten Samples zum Vorschein. Dann wird einfach drauf los geschnippelt oder über Mikrofon aufgenommen. Sascha ist ein begnadeter "Grooveathlet" (Sascha lacht) und versteht es feine "Rhythm Loops" zu basteln. Davon gibt es wohl schon hunderte von auf der Festplatte.
Sascha: Wir bauen dann einen Loop aus meist 8 Takten zusammen und schrauben solange daran herum, bis wir finden, dass alles zusammenpasst und harmoniert. Dann geht es ans Arrangieren. In dem Part ist Sasch wohl der geduldigere von uns beiden. Aber alles in allem ergänzen wir uns da in der Vorgehensweise sehr gut und merken selbst, dass es von Mal zu Mal immer besser klappt.
Danke für den ausführlichen Einblick. In drei Worten: wie lässt sich euer Style am besten beschreiben?
Beide: Tanzbare elektronische Musik.
Sasch, bereits 2008 konntest du dein erstes Release auf Vinyl veröffentlichen. Inwiefern hat die Platte dein Leben als Künstler und Musiker verändert?
Sasch: Es war schon ein schönes Gefühl, endlich sein eigenes Stück "schwarzes Gold" in Händen zu halten. Vor allem, wenn man jahrelang sehr viele davon angehäuft hat.
Wie seht ihr die aktuelle Entwicklung in der Region Rhein-Neckar? Wo vermutet ihr Schwierigkeiten, wo die Chancen?
Sasch: Ich finde, in unserer Region geht und ging schon immer viel, was die elektronische Musik angeht. Wir haben hier sehr viele talentierte Musiker und man kann auch beobachten (gerade durch den Rhein Main House Hype), wie sich die Künstler auch international etablieren. Schwierigkeiten wird es sicherlich auch immer wieder geben, die dann allerdings auch neue Ideen und Chancen mit sich bringen. Man sollte einfach nie auf der Stelle treten und nicht dem vergangenen hinterher trauern, sondern in die Zukunft schauen.
Begrüßenswerte Einstellung. Von einer regionalen zu einer eher globalen Frage: wie beobachtet ihr die Entwicklung Digital vs. Vinyl in den letzten Jahren?
Sascha: Vinyl wird immer mehr vom Markt verdrängt, wird es aber doch immer geben. Viele Labels können es sich einfach nicht mehr leisten, Vinyl zu produzieren. Selbst größere, bekanntere Labels releasen immer mehr nur digital.
Wenn wir von Veröffentlichungen sprechen: euer neustes Release ist seit kurzem erhältlich.
Sasch: Ja. "Centro" – unsere Folge-EP für das junge Stuttgarter Label Brise Records mit drei Tracks zwischen Deep- und Techhouse, gibt es seit Mitte März, sogar als Vinyl. Für die Platte haben wir bisher sehr gutes Feedback und Support von namhaften DJs bekommen.
Der Blick in die Glaskugel: was ist in Zukunft noch geplant?
Beide lachen.
Sascha: Produzieren, produzieren und nochmals produzieren. Wir werden im Mai eine EP auf dem kanadischen Label Monique Musique veröffentlichen, dann haben wir noch einen Exklusiv-Track für eine Compilation des französischen Labels "Time has Changed" fertig gemacht. Auch werden im nächsten halben Jahr noch diverse Remixe von uns erscheinen. Und für das Spätjahr ist dann wieder eine EP auf Brise geplant. Was zwischenzeitlich noch so alles passiert, lassen wir auf uns zukommen. Man sollte auch nie allzu weit planen, das nimmt einem ein wenig die Spontaneität beim Produzieren, die wir sehr wichtig finden. Wir wollen uns auch bald mal mehr mit dem Kapitel "Live Act" befassen.
Spannende Entwicklung - gerade über einen Live Act würden wir uns freuen. Zu guter Letzt: wo kann man euch in den nächsten Wochen live an den Decks erleben?
Sasch: Schaut am besten auf unseren MySpace-Seiten vorbei.
Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!
www.myspace.com/scaspar
www.myspace.com/saschbbc



Seit einiger Zeit sorgt das Produzentenduo Sasch BBC & Caspar alias Sascha Ries und Sascha Kasper auch über die Grenzen des Rhein-Neckar-Gebietes hinaus für Aufsehen. Der musikalische Output der beiden erntet höchstes Lob für Qualität und Stil und taucht in den Playlists erfolgreicher Größen der elektronischen Musik auf.
Wie geht ihr beim Produzieren vor?
Begrüßenswerte Einstellung. Von einer regionalen zu einer eher globalen Frage: wie beobachtet ihr die Entwicklung Digital vs. Vinyl in den letzten Jahren?




